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31. März 2016

Kunst & Kaffee im Township



Es gibt sie, die jungen Südafrikaner, die nicht ins Bild der lost generation oder der Drogenzeitbombe passen. Sie versuchen, die Townships neu zu definieren mit innovativen Kunst- und Gastronomieprojekten. Wandisile Nqekheto aus Khayelitsha ist einer von ihnen. Seit seiner Kindheit hat er miterlebt, wie viele seiner Altersgenossen der Versuchung des Gangstertums anheimgefallen sind. Statt auch diesen Weg zu gehen, startete er ein Projekt, das die Gangsterszene entmythifiziert. Er gründete das 18 Gangster Museum. Neben Ausstellungen will das Museum Townships Touren, geführt von Exgangstern anbieten. Das trägt dazu bei, Ex-Gefangenen eine neue Chance zu geben und ihnen zu helfen, ihrer Gemeinde etwas zurückzugeben.

Ebenso in Khayelitsha haben Buntu Matole und Ayanda Cuba den Sporting Code ins Leben gerufen. Auf dem Gelände einer Grundschule wollen sie Townshipkindern durch Sport und Spiel eine Beschäftigung geben, jenseits von Schule, Trinken und Drogen.

Drei andere Jungunternehmer haben mit dem Department of Coffee das erste Café von Khayelitsha gestartet. Dort organisieren sie auch kleine Shows und geben Youngsters Barmann-Kurse.

Und last but not least gibt es das Langa Quarter, ein Kulturzentrum in Kapstadts ältestem Township Langa. Mitmach-Theaterstücke, Malkurse und Musiksessions gehören zum Community basierten Angebot. 

Bildnachweise: alleThe Big Issue, Februar/März 2016


Wandisile Nqekheo steht vor dem Gebäude in Khayelitsha, das einmal der feste Sitz des 18 Gangster Museums werden soll
Buntu Matole und Ayanda Cuba von Sporting Code gucken über das Spielfeld der Primarschule, auf dem sie Sport und Spiele anbieten


Vor dem Café Departemt of Coffee in Khayelitsha 
Ein Mural im Kulturzentrum Langa Quarter
 

30. März 2016

Muti



Es ist leider nicht die Erfindung eines sensationslüsternen Krimiautors. Muti, Zauberheilmittel sind auch im scheinbar so aufgeklärten Südafrika noch in Gebrauch. Neben Kräutern und Kernen sind Teile von Tieren besonders wirksam gegen allerlei Leiden, die Missgunst eines Nachbarn oder das Nachlassen der Manneskraft. Manchmal allerding werden nicht nur Körperteile von Tieren zu Muti. Am 22. Februar 2016 hat sich der neunzehnjährige Aljar Swartz aus Uitsig in Kapstadt schuldig bekannt, im Oktober 2013 dem
fünfzehnjährigen Schüler Lee Adams den Kopf abgeschnitten und ihn an einen Sangoma, einen Wunderheiler, im Township Khayelitsha verkauft zu haben. Ein Zeuge hat im Gerichtsverfahren ausgesagt, Aljar Swartz habe sich ihm gegenüber gebrüstet, er könne 5.000 Rand / 300 € verdienen, wenn  er einem Sangoma den Kopf eines Coloureds (eines Gemischtrassigen) liefere und 10.000 Rand / 600 € für einen Schwarzen. Aljar hat das Opfer zunächst erwürgt und ihm dann den Kopf abgeschnitten. Die Leiche wurde im Klassenzimmer von Lees Schule gefunden.

Bildnachweis:
Täter und Opfer: Die Burger, 23.2.2016